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Was ist Familienstellen?

Mit Familienstellen, sog. Aufstellungen, ist ein Verfahren gemeint, bei dem sich Personen stellvertretend für Mitglieder einer Familie, eines Systems (z. B. Arbeitsfeld) oder auch für innere Anteile eines/-r Klienten/-in zur Verfügung stellen und  im Raum anordnen "aufstellen" lassen.

Gibt es verschiedene Arten von Familienstellen?
Ja, gibt es! Das wohl bekannteste Familienaufstellungsverfahren ist die Methode nach Bert Helliger. Außerdem wird Familienstellen in der Systemischen oder auch in anderen Therapierichtungen angewendet.
Die von mir praktizierte Aufstellungsarbeit ist das gestalttherapeutische Familienstellen. 


Was zeichnet das gestalttherapeutische Familienstellen aus?

  • Individueller Umgang mit dem aufgestellten System,
  • alles darf ausgesprochen und gesagt werden,
  • respektvolle Behandlung aller Beteiligten,
  • achtsamer Umgang mit dem System.

Da das Familienstellen an sich eine sehr bewegende Arbeit darstellt, sind die vorher genannten Aspekte für mich von elementarer Bedeutung. 


Beweggründe für eine Aufstellung können zum Beispiel sein:

  • Probleme in Partnerschaft, Familie oder sonstigem Umfeld,
  • das Erleben von sich wiederholenden destruktiven Mustern,
  • ungelöste Konflikte oder Unausgesprochenes, 
  • unverarbeitete Kriegsereignisse in der Familiengeschichte,
  • schwierige Lebensentscheidungen, 
  • Verlust oder Trauerarbeit (z. B. Fehlgeburt),
  • Probleme aus Flucht und Vertreibung,
  • Innere Konflikte,
  • Schuldgefühle.


Der Ablauf einer Familienaufstellung bei mir gestaltet sich im Groben wie folgt:

  • In einem separaten Termin wird das zu behandelnde Thema besprochen sowie ein Genogramm erstellt. Außerdem wird erarbeitet, wer oder was aufgestellt werden soll.
  • Die Aufstellung erfolgt in einer Gruppe von ca. 8 bis 15 Teilnehmern. Aus dieser wählt der/die Protagonist/-in intuitiv Stellvertreter/-innen für die aufzustellenden Personen (z. B. Familienmitglieder) oder für Gefühle, innere Anteile und sonstige Symbole aus und platziert sie anschließend im Raum. So entsteht eine Art "Abbild" des Systems.
  • Die Stellvertreter/-innen erfahren dabei ähnliche Empfindungen wie die Systemmitglieder, für die sie stellvertretend stehen. Diese werden zum Ausdruck gebracht und das "Ausgangsbild" wird durch entsprechende Bewegung der Stellvertreter/-innen verändert. 
  • Hierbei wird ein Prozess durchlaufen, welcher Konflikte, Koalitionen, Traumata, Verdrängtes usw. aufzeigt. So besteht die Möglichkeit, sich diesen anzunehmen und sie neu zu ordnen. Wut wird z. B. an ihren berechtigten Platz gestellt oder Verantwortlichkeiten zurück gegeben.
  • Dies alles geschieht zwar unter Anleitung des/der Therapeuten/-in, die Stellvertreter/-innen bringen jedoch ihre eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen zum Ausdruck, welche so das Geschehen maßgeblich mitgestalten. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird zudem der/die Klient/-in bzw. der/die Protagonist/-in - selbst in das System eingewechselt. 


Nebeneffekt auf Stellvertreter/-innen:

  • Auch die Stellvertreter/-innen können von den Rollenerfahrungen profitieren. Sie kommen mit vollkommen andersartigen Situationen in Berührung, als es im eigenen Leben möglich wäre.
  • Teilweise kommen die Stellvertreter/-innen auch mit ähnlichen Rollen in Berührung, wie sie in der eigenen Familiengeschichte zu finden sind, und erfahren z. B. einen neuen Umgang damit.
  • Außerdem kann die Empathie dadurch geschult werden, so dass mehr Mitgefühl für sich selbst und andere erlangt werden kann. 
  • Gelegentlich kommt es auch vor, dass eigene bisher unbekannte Themen "angetriggert" werden und dadurch an die Oberfläche kommen.


Voraussetzungen für eine Familienaufstellung bei mir:

Generell wende ich Aufstellungen als Intervention im Rahmen einer laufenden Therapie oder eines Coachings bei mir an. Da das Aufstellen eine sehr tiefgehende Erfahrung sein kann, stelle ich prinzipiell nicht ohne Vor- und Nachgespräch auf. Befinden Sie sich anderweitig in laufender Therapie, holen Sie sich bitte das Einverständnis Ihres Therapeuten/-in, da das Aufstellen eine Ergänzung zur Einzeltherapie darstellt und nicht in Konkurrenz dazu stehen soll.  Zudem sollten Sie über eine ausreichende psychische und physische Stabilität verfügen. 


Außerdem biete ich die Möglichkeit an, das Familienstellen als beobachtender Teilnehmer/-in in einer Übungsgruppe kennen zu lernen.
Hierzu schreiben Sie mir bitte eine Anfrage per Email mit einer kurzen Erläuterung weshalb Sie an der Aufstellungsarbeit interessiert sind.